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Wenn der Cohen haGadol im Bet haMikdasch seinen Opferdienst verrichtet, war er allein für die Opfer, bzw. den Opferungsprozess verantwortlich! Dies wird dadurch eindeutig deutlich, dass die Thora befiehlt: „Er soll seine Kleider abnehmen und andere Gewänder anziehen“. Den Grund hierfür erklärt Raschi zweifach damit, dass der Cohen beim wegbringen der Asche sich nicht mit den Resten des Opfers (Asche) bestaeube (beschmutzt/verunreinigt). Der zweite Grund ist: „In den Kleidern, in denen man seinem Herren kocht, bringe man nicht dem Herrn seinen Becher.“ Beides verweist sehr stark darauf, dass erstens der Cohen bis zum Ende des Opferungsprozesses nicht von der Alleinverantwortung für das ‚Geopferte‘ entbunden ist und auch dafür, dass er das „Amt“, für das die verschiedenen Teile seiner Gewänder symbolträchtig nach Außen sichtbar sind, nicht beschmutzt. Wenn das Entsorgen der Asche „nur“ eine Vorbereitung für den eigentlichen Dienst ist – und das ist es – dann bedeutet das verschmutzte Kleider zum Ausschlusskriterium werden, um zukünftig weitere Tätigkeiten im ‚Opferdienst‘ leisten zu können. Von ‚Opfer‘, wie es aus dem Kirchen- lateinischen operari abgeleitet werden kann, kann keinesfalls gesprochen oder ausgegangen werden. Es bedeutet soviel wie ‚arbeiten, beschäftigt sein‘. Die eigentliche Bezeichnung ist Korban – etwas das nahe gebracht wurde. Buber: Darnahung. Ein Korban ist deshalb in der Vergangenheitform beschrieben, weil dies erst vollständig mit entfernen der Asche war. Das Wechseln der Kleider eines Cohen ist deshalb und dann unabdingbar. Dies hat. verschiedene, entscheidende Gründe: Der Cohen sollte ursprünglich auch die Asche seiner Tätigkeit im Tempel entsorgen und vom Opferaltar wegtragen. Dazu musste er sein Priestergewand ablegen und ‚andere Gewaender‘ anlegen. Der Grund erklärt Raschi selbst damit: Damit er seine Kleider (Plural, Anm. d. Verf.) mit denen er stets den Dienst verrichtete, nicht durch das Hinaustragen der Asche bestäube. Im Umkehrschluss ist dies gegeben wenn ein Cohen den Altar „beschmutzt“ (s. Raschi), weil er diesen „mit Blut bespritzt“. Weil er nicht mehr zu seinem Dienst eignet, ist auch der ständige Dienst der Cohanim für das Ner Tamid und den „Opferdienst“ gefährdet, da das Wegbringen der Asche als Vorbereitung für die kommenden Opfer gilt. Kurz: Dieser muss seine Tätigkeit und Status aufgeben, weil er ‚ungehoerige Feuer‘ entzündet UND dazu ‚die Gewänder‘ die er im „Innersten Bereich“ des Heiligtums, vor den Asseret haDibrod, trägt, beschmutzt hat – als Beschmutzung der Gemeinschaft aller Cohanim!

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